Herzlich Willkommen! Heute ist der 21.11.2017 - 16:17 Uhr 

Kenia-Impressionen
Startseite

Mein Reisebericht

Samburu Nationalpark

Nationalpark Massai Mara

Diashow

Das andere Gesicht Kenias

Besuch eines Patenkindes

Buchtipps und mehr

Währungsrechner

Migration und Wetter

Linksammlung - Kenia

Externe Links:

Safari Tipps

Safari Forum


Computer und Sicherheit

Weitere Menüpunkte
Gästebuch

Impressum

Bielefeld-Verschwörung

Wie alles begann...

Banner


Ferienwohnung in Horumersiel-Schillig





Patenkinder in Afrika durch Plan International

Der erste Besuch


Erstellt am 01.03.2006
Von Birgit Feger - Eftaxopoulos

EMBU, KENYA


Viele Jahre hatte auch ich mich für Patenschaften in bedürftigen Ländern engagiert. Endlich kam ich aber selber nach Afrika, um meine Patenkinder zu besuchen.

Mit meiner Freundin, die ein Patenkind in Uganda hat und nach unserem Besuch dort, waren wir endlich auf dem Weg nach Embu in Kenia. Im Planbüro erwarteten uns die Vorsteherin, sowie Monika und Joseph, die uns auch bei unserem Besuch begleiten wollten. Wieder konnten wir die effiziente, professionelle Arbeit in den Büros vor Ort bewundern. Alle Unterlagen waren Feuer- und Wasserdicht in Containern untergebracht und ein ausgeklügeltes Computer Programm gab Auskünfte über jedes Detail im Leben der Patenkinder.

Wir nahmen den Planwagen und nicht den von uns gemieteten PKW, denn wie Monika meinte, die Wege wären teilweise so schlecht, das man nur mit 4 wheel drive fahren könnte und so war es dann auch. Auf dem Weg zur Schule sahen wir an beiden Straßenseiten viele Menschen zu Fuß die Strasse lang gehen. Erwachsene und Kinder und nirgends ein Dorf oder eine Kleinstadt in Sicht. Diese Menschen gehen kilometerweit zur Schule, zum Arbeitsplatz oder nach Hause und das täglich. Besonderen Eindruck machte auf uns noch die saubere Umwelt, kein Abfall am Straßenrand oder in den Dörfern auf dem Lande.Auch die Kinder in ihren sauberen Schuluniformen hatten höchsten, wenn ohne Schuhe rote staubige Füße oder staubige Schuhe, von der roten, rissigen, trockenen Erde.

Plötzlich klatschte Monika in die Haende, lachte und rief aus: We are going shopping. They will be so happy.

In Embu gehen wir in einen Supermarkt und können die meisten Nahrungsmittel einkaufen, wie Bohnen, Reis, Mehl, Zucker, Tee, Kaffee, Erdnüsse, Fleisch, Stoffe, Matratzen und Decken und vieles mehr.

Ein Kind bettelt um Geld und Monika nimmt ihn an der Hand und kauft ihm ein Brot, denn sie will nicht, dass er evtl. Crack kauft. Das Kind strahlt und sagt; etwas esse ich jetzt, das übrige Brot teile ich mit meiner Familie.

Monika sagt zu uns, gibt nie Geld!!

Foto von MercyZuerst fuhren wir zur Schule, einige Kinder hatten Unterricht, einige spielen draußen, alle trugen eine einheitliche Schuluniform in braunrot und blau. Plötzlich sehe ich ein ganz vertrautes Gesicht, da kommt sie, Mercy, mein Patenkind.

Wir schreiben uns schon sechs Jahre und außer Briefen von ihr, bekam ich auch Briefe von ihrer Mutter Abisagi, Vater Joseph und ihrem Onkel John. Wir hatten uns so lange und so oft geschrieben, Freude, Krankheit, selbst den Tod geteilt und uns getröstet oder lustige Erlebnisse geschrieben. Nun kam aber der erste Moment der Wahrheit.Waren wir uns so vertraut oder sollte doch eine Fremdheit auftauchen? Mercy lächelte scheu, kommt aber in meine Arme und wir begrüßen uns. Dann kommen auch die anderen Kinder und Lehrer zusammen und uns wird das Schulprojekt vorgestellt. Früher hatten die Kinder in Lehmhütten gelernt und nun gibt es gepflegte gute Steinhäuser mit Ziegel- oder Blechdächern. Jedes Haus hatte einen lindgrünen Streifen, der die Planhäuser in ganz Kenia kennzeichnet.

Foto von Schulkindern Wir besuchten die Klassenzimmer und sprachen mit dem Rektor der Schule. Da konnten wir dann auch unser Unterrichtsmaterial abgeben, das wir mitgebracht hatten. Wir hatten unter Anderem Arbeitskarten über Afrika und Kenia mitgebracht mit denen die Kinder spielerisch vieles über ihr Land und Kontinent lernen könnten.

Danach packten wir Brausehalme aus, die mit Begeisterung von Mercy verteilt wurden. Auch die Lehrer hatten Ihren Spaß an der prickelnden Süße der Brause auf ihren Zungen. Nzuri sagten alle, das Swahili Wort für gut! Auch die Gummibärchen wurden mit Begeisterung genascht. Wieder sahen wir, wie selten diese Kinder wohl etwas Suesses bekommen.

Monika sagte dann, dass sie uns zum Wasserbohrloch führen wollte, das durch Planhilfe hier entstanden war. Auch wir hatten mit Hilfe unserer Freunde aus Kalamata und Planabenden für dieses Bohrloch gespendet. Sie sagte, es ist ganz in der Nähe. Wir hatten da so unsere Zweifel, hatten wir doch schon in Uganda gesehen, das die Menschen hier lange Strecken, oft kilometerlange Wege zu Fuß machen in Ermangelung an Fahrtmöglichkeiten.

So erklärte uns Monika auch am Bohrloch ( das tatsächlich nicht so nah war), das früher die Kinder, bevor sie in die Schule gingen oft kilometerweit laufen mussten um Wasser zu holen, dann wieder zurück mit dem schweren Wassereimer, dann in die Schule gehen mussten und später wieder kilometerweit laufen mussten, für was? Um sauberes Trinkwasser zu finden!

Foto am BrunnenIch war froh, das kalte Wasser lief durch unsere Finger in unseren Mund. Wie köstlich, etwas was für uns selbstverständlich ist, ist hier eine Gabe Gottes.

Mercy war den ganzen Weg mit uns gegangen uns schaute mich oft von der Seite an und lächelte scheu und ich lächelte zurück.

Dann machten wir uns auf den Weg zum Dorf, wo Mercys Familie uns erwartete, wieder hatte ich leichte Schmetterlinge, die in meinem Bauch flatterten und nicht Ruhe gaben. Werden wir uns so fühlen wie ich es gedacht habe, erhofft habe? Aber wenn auch nicht, ich bin wenigstens da.

Monika macht mich darauf aufmerksam, dass ich nicht über Mukundi reden soll. Mukundi war einer von Mercys Brüdern, der an Malaria vor einem knappen Jahr gestorben war. Joseph, der Vater hatte es mir geschrieben und ich hatte ihm einen Brief zurückgeschrieben. Beide Briefe waren sehr persönlich und voller Trauer.

Monika sagte nun zu mir, das Kikujus (Volk dem Mercy angehört) nicht mit Fremden über solche Verluste sprechen. Natürlich war ich dankbar und wollte das Thema nicht anschneiden.

So kamen wir an und wurden von der ganzen Familie erwartet, nicht nur Mercys engste Familie, nein alle Tanten, Onkel, Cousinen, Großmütter alle waren da und stimmten ein Willkommenslied an. Alle strahlten und lachten uns an. Überall kleine Kinder alle tanzten und führten uns singend und tanzend zum Haus von Mercy. Wir klatschten auch im Rhythmus und hörten immer wieder das Wort Karibu-Willkommen-auf Suaheli.

Dann standen wir voreinander und ich schaue mich um und rufe dann zu den Frauen, wo ist Abisaghi?

Foto von JosephDa löst sich eine Frau aus der Menge und kommt laut lachend auf mich zu und fällt mir in die Arme. Wir halten die Tränen zurück und ich drücke sie an mich. Dann kommt Joseph der Vater auf mich zu und stellt sich vor und bevor ich viel sagen kann, sagt er zu mir:

Wir beide wissen, das Mukundi heute nicht dabei ist, er schaut von oben uns zu. Wir sollen heute nicht traurig sein.

Joseph hatte mich zur Familie gehörend akzeptiert. Nun fällt alle Scheu und wir lachen, erzählen, fragen. Es ist so lebendig. Joseph stellt mich seinen beiden Müttern vor, denn sein Vater hatte noch 2 Frauen und seiner Großmutter. Ich begrüße alle mit dem afrikanischen Handschlag, der Ehrerbietung ausdrückt (das hatte ich schon in Uganda gelernt). Alle lachen und freuen sich.

Dann führte man uns ins Haus. Plan hatte der Familie schon ein Steinhaus bauen können und sie wohnten nicht mehr in Lehmhütten. Das Haus hatte mehrere Zimmer und eine Küche.

Joseph zeigte mir alle Geschenke, die ich im Laufe meiner sechsjährigen Patenschaft an Mercy und ihre Brüder geschickt hatte. Sie wollten mir zeigen, das alles was wir schickten auch angekommen war. Auch alle Geschenke wurden aufgenommen und von uns unterzeichnet, dass sie übergeben wurden.

Foto von AbishagiAbishagi saß neben Patrick unserem Fahrer und redete.Ihre Augen wurden ganz dunkel und sie redete leise und eindringlich, drückte mit beiden Händen ihre Wangen ein und zeigte ein eingefallenes Gesicht und ich erkannte, sie sprach von Mukundi. Der Schmerz war noch zu groß.

Dann wurde ein großes Essen aufgetragen und alle aßen und erzählten. Entweder konnten die Verwandten Englisch oder es wurde übersetzt. Die Frauen interessierte besonders, wie wir leben und arbeiten und viele dachten, dass wir Weißen immer Dienstboten haben, wie es in Afrika bei den Weißen so üblich ist oder war. Da konnten wir sie erst mal aufklären, wie das so in Europa ist, als arbeitende Mutter der Mittelklasse. Das fanden sie sehr interessant und alle Frauen waren sich unter lautem Gelaechter einig, Männer sind schon, okay aber oft doch sehr nutzlos!!! Und es gibt für eine Frau nichts Besseres als selbständig und für sich selbst verantwortlich zu sein. Eine in Kenia sehr verbreitete Ansicht wie ich bei meiner weiteren Reise feststelle musste, da oft die Männer in schwierigen Zeiten der Arbeitslosigkeit und Krankheit und Armut, die Frauen verlassen und oft auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

Das ganze Gewicht des Überlebenskampfes hängt dann an der allein erziehenden Mutter und ihren Eltern.

Dann sahen wir, dass die meisten Frauen fortgingen und Monika erklärte uns, dass sie unsere Geschenke vom Wagen holten. Schwere Säcke und Tüten mit Grundnahrungsmitteln.

Mit dem Auto konnte man nicht bis zur Dorfgemeinde und zu den Häusern fahren, daher trugen die Frauen die schweren Lasten mit Kopfbändern auf dem Rücken.

Außer Lebensmitteln und Decken und auch Matratzen hatten wir auch Seife und Creme gekauft, über die sich die Frauen besonders freuten. Und ein kleines Kofferradio, Batteriebetrieben.

Hier war es schon auffällig wie viel besser es diesem Dorf ging, wie anders die Bedürfnisse waren, wenn man es mit Roses Dorf Tororo in Uganda verglich, wo Plan erst kurz im Einsatz war. Das Planprojekt hatte hier seit vielen Jahren gewirkt und Mercys Dorf war kurz vor der eigenen Selbständigkeit

Wieder waren wir froh, dass wir uns entschlossen hatten vor Ort mit den Planhelfern einzukaufen. Diese wissen wirklich was die Familien brauchen und egal wie weit ab die Familien wohnen, es gibt immer ein Dorf, eine Stadt mit Geschäften, wo man das bekommt, was diese Menschen brauchen und verwenden.

Schön ist es natürlich, wenn man Spielzeug und Süßigkeiten mitbringt, das lieben hier alle Kinder genauso wie Erwachsene. Auch Kulis sind beliebt.
Doch für nur 115 Euros haben wir Waren bekommen, die in Deutschland oder Griechenland das Vielfache kosten.

Ein Monatsgehalt eines Arbeiters liegt so bei 35 Euros, eines Angestellten in einer besseren Stellung liegt bei 80-110 Euros im Monat. Da kann man sich vorstellen, was man für 115Euros dort bekommt.

Nach einem wunderschönen Tanz, der mich an die Tänze in Griechenland erinnerte wurden mir als Dank eine kenianische Tasche und symbolisch auch ein Huhn überreicht.

Tanzend wurden wir zum Wagen zurück begleitet und der Abschied viel schwer. Wie gern wäre ich noch geblieben.

Aber ich komme wieder.

Nach meinem Besuch teilte Plan mir mit, dass das Dorf jetzt eigenständig ist und Plan ein weiteres Projekt in Angriff nimmt.

Ich habe nun ein neues Patenkind, aber zu Mercy, Joseph und Abisaghi werde ich weiter Kontakt halten, denn ich fühle mich weiter als Patin.

Plan tut so viel und unterstützt in meinen Augen die Menschen in all den Ländern auf die beste Art und Weise.
Sie werden angelernt in ihrem Land mit ihren Leuten und mit den dort verfügbaren Mitteln autark zu werden.

Ich konnte mich überzeugen, dass alle Hilfe ankommt und den Menschen wirklich geholfen wird.

Danke Plan international.

Machen Sie doch auch den Versuch und unterstützen Sie ein Kind bei Plan international.
Sie werden sehen, es ist eine Erfahrung, die Sie nicht mehr missen möchten.

 

 

 

nach oben realisiert mit: Php Web Menue v1.1- © 2003 by Top-Side.de
Inhalt: © 2001-2013 by Lutz Kleimann
nach oben